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1. Hallescher Nachtlauf

Hallescher Nachtlauf

Halle (Saale), 2. November 2018 – Es war eine gelungene Premiere, dieser 1. Hallesche Nachtlauf. Passend zur Jahreszeit präsentierte sich dieser Abend bei gut 12 Grad mit einem wohl verdienten, herbstlichen Charakter. Auch wenn sich diese Temperaturen nach dem imposanten Sommer schon ungewohnt frisch anfühlten, wurde mir zu Hause, an der Seite von rund 500 weiteren sportbegeisterten Nachtschwärmern schnell warm ums Herz, denn wieder einmal zeigte sich: „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ – auch an diesem Abend. Start und Ziel waren am Hansering, in der Nähe des Leipziger Turms und ein erster unauffälliger Rundumblick durch die Masse der Starter verriet recht schnell die Anwesenheit einiger aus der Rubrik der „üblichen Verdächtigen“, wenn einem die typischen Laufveranstaltungen zwischen Heidelauf und dem MDM nicht unbekannt sind. Ein gutes Gefühl in den ersten fünf Linien zwischen solch vortrefflichen Sportfreunden wie z.B. denen der Radunion und des SV Halle zu stehen. Die maximale Kapazität von 500 Teilnehmern wurde lt. Veranstalter bereits bei dieser ersten Gelegenheit voll ausgeschöpft. Nach der Abholung der Startunterlagen, einer ausgiebigen Erwärmung und dem „Shake-Hands“ kurz vor dem Startschuss mit Torsten (der sich diese Veranstaltung als Zuschauer nicht entgehen ließ und das Geschehen aus vielen Perspektiven begutachtete…), schallte es um Punkt 20 Uhr zum Start in den Nachthimmel der Händel-Stadt hinein. Mein Ziel war klar definiert nach den letzten Trainingseinheiten: 5 Km in unter 20 Min. Das sollte doch noch möglich sein…?! und was könnte es schöneres geben, als sich zum Ausklang der Woche, an einem Freitagabend wettkampfspezifisch bei 181 bpm der individuellen HF max. mal so richtig „auszulasten“.

¡Vamos pues!

Vom Hansering starteten wir auf die Leipziger Straße, vorbei an gestautem Abendverkehr, beleuchteten Geschäften unter den teils begeisterten Anfeuerungen einiger überraschter Passanten. Ein scharfer Linksknick in die Große Märkerstraße führte uns zunächst vorbei an Halles längstem Tresen, der Sternstraße, weiter zur kleinen Brauhausstraße und direkt zum architektonischen Sinnbild des pietistischen Erbes unserer grauen Diva, um sich dort nun einmal um den eher mäßig beleuchteten Franckeplatz zu finden. Anschließend ging es zurück durch die mit künstlichem Disco-Nebel geschwängerte Unterführung der Waisenhausmauer, in der man mit Teelichtern und fragwürdiger Beleuchtung anscheinend versuchte, dem Spirit eines mittlerweile schon verspäteten All Hallows´ Eve Rechnung zu tragen – grusel, grusel… 😉

Der Streckenverlauf, wie auch dessen Profil verdienten hier bereits das Prädikat „heterogen“, da sich einerseits ein sicherer Tritt bei mangelnder Beleuchtung (Franckeplatz und Gottesacker) als Herausforderung entpuppte und ich es anderseits kaum für möglich hielt, dass der Stadtkern der Händelstadt doch verhältnismäßig stark ansteigend sein kann (Wilhelm-Külz-Str.). Der Abschnitt entlang der Magdeburger Str. und vorbei am ältesten Varietétheater Deutschlands läutete den Schlusspart des Nachtlaufs ein und mobilisierte noch einmal letzte Reserven, da nun auch am Ende des Franzosenwegs das Ziel schon beinahe in Sichtweite war. Nochmal über einen abschüssigen Teil des Gottesackers, die letzte Linkskurve und schon ging es auf die Zielgerade und durch den drapierten DAK-Torbogen in 18:54´. Als 18. das Ziel erreicht, glücklich und nach ersten durchaus kritisch geprägten Kurzanalysen von Torsten zum Gesamtpaket Nachtlauf war auch ich nun bereit für das Wochenende!

Wir sehen uns im nächsten Jahr…

Sebastian Böhmer